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23 Februar, 2012
Die deutsche Gesellschaft ist wirtschaftsstark und erziehungsschwach. Im statistischen Mittelwert – so eine jüngste Untersuchung – ist Deutschland zurzeit das unelterlichste Land in Europa: Schlusslicht im Kinder kriegen – Schlusslicht im Kinder lieben. Im Herzen Europas kein Herz für Kinder, was gleichbedeutend ist mit: Kein Herz für Eltern. Die Folgen sind alarmierend: ‚Immer weniger Geburten’, ‚Immer mehr vernachlässigte Kinder’, ‚Immer grausamere Jugendgewalt’, ‚Immer mehr überforderte Eltern’, ‚Immer mehr Kinder in der Obhut des Staates’, ‚Immer mehr ausgebrannte Menschen in Therapie’, ‚Immer weniger leistungsfähiger Nachwuchs’*. Wo soll der Weg hinführen? Was meine Erziehung wert war, erkenne ich erst daran, wie meine Kinder ihre Kinder erziehen. Wer heute Kinder gefühllos verdursten und verhungern lässt, ist gestern selbst schon als Kind an Freud- und Lieblosigkeit verdurstet oder verhungert. Wer übernimmt die Verantwortung? Zu viele Haushalte sind verarmt. Wirtschaftlichkeit der Nation und Betriebe wird auf dem Rücken der Elterlichkeit und der Erziehung ausgetragen. Unser Eltern- und Erziehungsbewusstsein ist immer mehr in Unordnung geraten.
Was heißt Elterlichkeit? Elterlichkeit ist Älterlichkeit im Dienste der nachwachsenden Kinder. Das ältere Leben ist sich bewusst, dass es nicht in sich selbst, sondern nur in dem jungen neuen Leben weiterlebt. Elterlichkeit ist somit keine historische Kulturerscheinung, sondern eine ewige Notwendigkeit des Wachstumsprinzips in der Natur. Ohne die Erziehung der Alten kommen die Jungen nicht ins Leben, weder körperlich noch geistig. Alles in der Natur ist auf ständiges Neuwerden angelegt. Das Wort ‚Natur’ selbst heißt soviel wie Ort des Keimens, Gebärens, Wachsens. In diesem Sinne ist Elterlichkeit natürlichste Menschlichkeit und sollte deshalb zugleich der höchste gesellschaftliche und erzieherische Wert sein. Unelterlichkeit wirkt als die größte kulturelle Umweltzerstörung. Elterlichkeit hingegen ist das grünste Grün und einer der grundlegendsten Gradmesser gesellschaftlichen Wohlergehens. Geht es Kindern gut, so braucht es keine staatliche Elternfeuerwehr, sondern stattdessen lediglich mehr liebende Elternfürsorge und auf den neuesten Kenntnisstand gebrachte Elternbildung.
Wer Kindeswohl sagt, muss für Elterlichkeit sorgen
® 2011 Nicole Rauscher Akademie
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